Co-Abhängigkeit
Co-Abhängigkeit ist ein Beziehungsmuster, bei dem dein Selbstwert und deine Stabilität daraus entstehen, einen anderen Menschen zu managen, zu reparieren oder zu retten, oft so sehr, dass dessen Bedürfnisse und Launen deine eigenen verdrängen.
Der Begriff entstand aus der Arbeit mit Partnern und Familien von Menschen mit Sucht, wo sich das Leben des einen ganz um den anderen organisierte. Die Autorin Melody Beattie machte ihn bekannt mit der Idee, dass man sich im Projekt verlieren kann, für einen anderen Menschen zu sorgen. Der Begriff ist seither weiter geworden und wird viel überstrapaziert, also halte ihn locker. Er beschreibt ein Muster, keine Diagnose.
Oft wächst er in einem Zuhause, in dem ein Kind zum Stabilen wurde, abgestimmt auf die Bedürfnisse eines Elternteils, weil es jemand sein musste. Fürsorge wurde zum Weg, sich einen Platz zu verdienen. Als Erwachsener kann das so aussehen: sich am nützlichsten fühlen, wenn jemand leidet, schwer zur Ruhe kommen, solange ein anderer aufgewühlt ist, und still mitzählen, wie viel Sorge man trägt.
Der Preis ist ein Selbst, das nur im Dienst eines anderen auftaucht. Die eigenen Wünsche werden vage, weil sie nie der Punkt waren. Zu bemerken, wo du aufhörst und ein anderer Mensch anfängt, ist langsame Arbeit, und es ist die Arbeit, die dich dir selbst zurückgibt.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Melody Beattie (1986), 'Codependent No More: How to Stop Controlling Others and Start Caring for Yourself'.
Zuletzt geprüft 2026-06-12