Schuldgefühle machen
Jemandem Schuldgefühle zu machen heißt, dein Verhalten zu ändern, indem man dich für die Enttäuschung oder den Schmerz eines anderen verantwortlich fühlen lässt. Es kommt oft als Seufzen, als gekränktes Schweigen oder als Erinnerung an alles, was man für dich getan hat.
Du hast Nein gesagt, und statt einer Diskussion kam ein schweres Schweigen und die Worte: nach allem, was ich für dich getan habe. Plötzlich fühlt sich das Nein grausam an, und du ruderst zurück. Dieser Sog ist die Schuld-Masche, die genau so wirkt, wie sie gedacht ist.
Schuldgefühle zu machen verschiebt das Gewicht der Gefühle eines anderen auf dich, sodass es deine Aufgabe wird, seine Enttäuschung zu lindern. Bei People-Pleasern trifft das hart, denn dein Nervensystem behandelt die Verärgerung eines anderen ohnehin als Gefahr, die es zu managen gilt. Die Schuld fühlt sich an wie ein Beweis, dass du etwas falsch gemacht hast. Oft ist sie nur der Preis dafür, eine Grenze zu halten.
Der ruhige Zug ist, die Schuld da sein zu lassen, ohne nach ihr zu handeln. Du kannst hören, dass jemand enttäuscht ist, dir das sogar zu Herzen nehmen, und trotzdem nicht dafür zuständig sein, es zu reparieren. Das Gefühl steigt an und ebbt dann ab. Dein Nein darf bleiben, wo du es hingesetzt hast.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Susan Forward (1997), 'Emotional Blackmail' (Furcht, Verpflichtung und Schuld).
Zuletzt geprüft 2026-06-12